Gemeinschaftstag in der Akademie Hohenheim
Sollte, wer Visionen hat, besser „zum Arzt“ gehen, wie es Altbundeskanzler Helmut Schmidt einmal formulierte? „Nein, besser zum DJK-Gemeinschaftstag des Diözesansportverbandes!“, dachten wir uns in der DJK-Diözesanleitung und prompt folgten 25 aktive DJKlerinnen und DJKler der Einladung in die Akademie der Diözese.
Um welche Vision ging es? Um die vom DJK-Bundesverband ausgerufene und auf dem letzten Bundestag offiziell verabschiedete Zukunftsvision „Hingehen zu den Menschen“. Sie soll das bisherige DJK-Leitbild „Sport um der Menschen willen“ nicht ersetzen, sondern ergänzen und erweitern. Im Kern besagt sie, dass die DJK sich auf sämtlichen Ebenen sich nicht nur mit den Menschen befasst, die von selbst zu ihr kommen, sondern aktiv auf Menschen zu geht, besonders auf die, die nicht von selbst zu uns stoßen oder dies nicht können. Darunter fallen zum Beispiel Menschen mit Behinderung, Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen, Menschen im Gefängnis, Menschen mit Fluchthintergrund und viele mehr.
Um die Vision kennenzulernen, schauten wir gemeinsam den vom Bundesverband erstellten Film, der die Idee auf Zeichentrick-Weise erklärte. Anschließend tauschten wir uns in zufällig gemischten Kleingruppen darüber aus.
Erfreulich: die Resonanz auf den Film und die Idee waren positiv, auch wenn an unterschiedlicher Stelle darauf verwiesen wurde, dass weitere Projekte natürlich auch weitere Ressourcen benötigen. Klar wurde aber auch, dass die vorgestellte Vision vielerorts bereits aktiv und sehr erfolgreich gelebt wird: in vielen Vereinen gibt es niederschwellige und offene Angebote nicht nur auf dem Vereinsgelände, sondern auch im Stadtraum. Vereine machen passende Angebote für Personen mit verschiedensten Handicaps, kooperieren mit Schulen, Ämtern und Kommunen, gehen gezielt auf Geflüchtete oder Menschen mit Migrationshintergrund zu.
In einer Fishbowl-Diskussion berichteten Vereinsmitglieder von diesen bestehenden Angeboten: Wie kamen die Projekte zustande? Was braucht es dafür? Welche Erfahrungen werden dabei gemacht?

In einem letzten Schritt wurden die Anwesenden selbst zu Visionärinnen und Visionären: in Gruppen planten sie mögliche Projekte für ihre Vereine. Und was soll man sagen: viel Visionäres kam zusammen – und niemand musste zum Arzt!
Natürlich, dies kann nur ein erster Anstoß sein. Aber vielleicht sind ein paar Samen in die Erde gelegt worden. Und dass sich das „Hingehen zu den Menschen“ lohnt, wurde mehrfach bestätigt!
Zum Abschluss gab es ein Gebet der französischen Theologin Madeleine Delbrêl, für die die Idee „Hingehen zu den Menschen“ persönliches Lebens- und Glaubensmotto war.
Mit einem leckeren Mittagessen und weiteren regen Gesprächen gestärkt, ging es wieder nach Hause.
Sarah Kubin-Scharnowski




