DOSB verleiht Fair Play Preis 2023

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Andreas Wolff (l.) und Johannes Floors mit Hunter Woodhall (r.) erhalten am 25. April 2024 den Fair Play Preis des Deutschen Sports. Foto: DOSB/picture-alliance/ IMAGO/Panoramic

Mit dem Fair Play Preis des Deutschen Sports werden jedes Jahr Sportler*innen oder Initiativen ausgezeichnet, die in besonderem Maße Respekt, Freundschaft oder Solidarität auf und neben dem Platz vorleben. Stifter sind der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) und der Verband Deutscher Sportjournalisten (VDS). Für das Jahr 2023 wird der deutsche Handballnationaltorwart Andreas Wolff in der Kategorie „Sport“ geehrt, der „Sonderpreis“ geht an Para-Leichtathlet Johannes Floors. 

Andreas Wolff: Fair Play auf der großen Bühne 

Wolff zeigte in der Vorrunde der Handball-Weltmeisterschaft gegen Algerien und in der Hauptrunde gegen Norwegen wiederholt beeindruckendes Fair Play. In beiden Spielen setzte er sich gegenüber den Schiedsrichtern dafür ein, dass gegnerische Spieler keine Zeitstrafen erhielten, nachdem diese ihn indirekt mit Würfen am Kopf getroffen hatten. Prof. Dr. Manfred Lämmer, Vorsitzender der Jury, betont: „Andreas Wolff hat nicht nur sportliche Höchstleistungen gezeigt, sondern auch eine vorbildliche Haltung in engen Wettkampfsituationen. Gerade seine Geste gegen Norwegen war bemerkenswert, da die Partie bis zuletzt hart umkämpft war – und das DHB-Team letztlich mit 26:28 verloren hat.“ 

„Ich fühle mich sehr geehrt, diesen Preis zu bekommen und es bedeutet mir sehr viel“, betont Andreas Wolff. „Für mich ist es eine Selbstverständlichkeit, in diesen Situationen die Wahrheit anzuzeigen und keine Zeitstrafen für den Gegner herauszuholen. Diese Regel wurde eingeführt, um uns Torhüter zu schützen. Daher sollten wir sie nicht ausnutzen, um uns einen Vorteil zu verschaffen.“ 

Johannes Floors: Menschlichkeit über Wettkampf 

Weltrekordler Floors zeigte vor dem 400-Meter-Finale der Para-Leichtathletik-WM bemerkenswerte Empathie für einen Konkurrenten, dessen Prothese in der Vorbereitung gebrochen war – und holte anschließend Gold. „Johannes Floors ist nicht nur ein herausragender Athlet, sondern auch ein Paradebeispiel für Fair Play. Seine beeindruckenden Erfolge und seine menschenfreundliche Einstellung machen ihn zu einem verdienten Träger des Sonderpreises“, unterstreicht Katja Kliewer, Vorsitzende des Vorstandes der Deutschen Behindertensportjugend. 

„Für mich war es nichts Besonderes, denn dass die Prothese kaputtgeht, ist das Schlimmste, was einem Athleten passieren kann“, blickt Johannes Floors zurück. „Es war für mich selbstverständlich, zu Hunter Woodhall zu gehen, zu helfen und zu trösten. In diesem Moment habe ich unterbewusst die Werte verkörpert, die mir im Sport und im Leben wichtig sind. Es freut mich sehr, dass diese Geste nun ausgezeichnet wird und ich hoffe, dass sie als Beispiel für Fairness im Sport dienen kann.“ 

Belobigungen für Badminton-Talent und Kapitän von RB Leipzig 

Dank „Fair Play en masse“ hatten die Stifter für 2023 zahlreiche Nominierungen erreicht. Um den vielen aussichtsreichen Einsendungen Rechnung zu tragen, verkündete die Jury zwei Belobigungen: In der Kategorie „Sport“ wird Badmintonspielerin Aurelia Wolundoko gewürdigt. Sie hatte im Mixed-Finale der Deutschen U17-Meisterschaft eine Fehlentscheidung zu ihren Gunsten überstimmt, was zum Verlust des zweiten Satzes und wenig später zu ihrer Niederlage geführt hatte. In der Kategorie „Sonderpreis“ wird Fußballprofi Willi Orban hervorgehoben, der für eine Stammzellenspende auf das Bundesligaspiel gegen Union Berlin verzichtet hatte. 

Fair Play Preis und Biebricher Schlossgespräch  

Der Fair Play Preis des Deutschen Sports wird im Rahmen des Biebricher Schlossgesprächs am 25. April 2024 in Wiesbaden verliehen. Die Gesprächsreihe wird von der Deutschen Olympischen Akademie in Kooperation mit dem Hessischen Ministerium für Familie, Senioren, Sport, Gesundheit und Pflege ausgerichtet. Sie bietet eine Plattform für Vorträge, Dialoge und Diskussionen zu gesellschaftlichen, kulturellen und ökonomischen Aspekten des organisierten Sports. 

Quelle: DOSB