„Unser Ziel ist nicht, die Kirche aufzupolieren!“

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Gemeinschaftstag in Aalen am 26.11.2023

Das „christliche Profil“ der DJK wird häufig zitiert – doch wie wird es mit Leben gefüllt? Insbesondere in Zeiten, in denen immer mehr Menschen keine kirchliche Bindung mehr haben und/oder diese aus unterschiedlichen Gründen auch nicht mehr wollen. Verstecken DJK-Vereine die Herkunft ihres Verbandes also besser im Schrank? Oder kämpfen sie für die strikte Beibehaltung katholischer Traditionen und Rituale?

Im Rahmen des Gemeinschaftstags, den der Diözesansportverband alle zwei Jahre ausrichtet, stellten sich 35 Vorstände und Aktive  aus den Verbänden diesen wichtigen Fragen.

Unterstützt wurden sie vom eigens für diese Veranstaltung ins Edith-Stein-Haus angereisten Präsidenten des DJK-Bundesverbandes, Michael Leyendecker, der mit zahlreichen Impulsen und Anregungen die Gespräche untereinander beförderte.

Viele Herausforderungen wurden benannt: viele DJK-Mitglieder können mit der Kirche nichts mehr anfangen, die Fälle sexualisierter Gewalt und ihre oft als mangelhaft empfundene Aufklärung machen die Kirche unglaubwürdig, Kirche wird nicht als etwas empfunden, das „einem etwas bringt“…

Andererseits gab es Berichte darüber, als wie wertschätzend die Anwesenheit von DJK-Mitgliedern mit ihrer Fahne bei einer Beerdigung empfunden werden – und wie berührend der Moment, wenn die Fahne für den Verstorbenen gesenkt wird. In Sportgruppen werden viele Kinder und Jugendliche mit Bezug auf das Leitbild der DJK dazu erzogen, „dass wir nicht schummeln!“. Viele Vereine arbeiten karitativ, feiern Gottesdienste und Weihnachtsfeiern mit spirituellen Elementen, machen Impulse und bemühen sich sehr aktiv um Geistliche Beiräte, die sie beraten und unterstützen – und finden oft keine in den umliegenden Seelsorgeeinheiten.

Und worum geht es eigentlich beim „christlichen Profil“ der DJK? „Unser Ziel ist nicht, die Kirchen aufzupolieren oder die Kirchenbänke voll zu machen“ fasste Michael Leyendecker die gesammelten Gedanken zusammen, „unser Ziel ist, unseren Glauben zu leben und zu vermitteln!“ Der anschließende Gottesdienst in der Bonifatius-Kirche mit Pastoralreferent Wolfgang Fimpel sollte dafür stärken und Mut machen.

Sarah Kubin-Scharnowski